Donnerstag, 4. November 2010

Dies ist ein depressiver Blog

Warum schreibe ich eigentlich immer nur, wenn es mir scheiße geht?
Ventil oder so. Dabei stimmt das nicht mal, ich schreibe hier ja auch durchaus Positives hin. Nur irgendwie verschwindet jegliche Positivität mal eben zu Beginn eines jeden Semesters und der Stress geht wieder los.

Ich wusste ja, dass dieses Semester schrecklich werden würde...es macht mich irgendwie kapput.

Zum Einen ist da das Problem, dass ich jetzt im 5. Semester bin, ich bin fast fertig mit meinem Bachelor, wenn man so will, und gleichzeitig noch meilenweit entfernt. Viel schlimmer ist aber, dass ich überhaupt nicht das Gefühl habe, mich im 5. Semester zu befinden. Ich bin zwar schon irgendwo in meinen Fächern drin, aber irgendwie auch nicht so richtig. Ich hab einfach noch viel zu wenig Ahnung, und das Gefühl, alle wissen und können mehr als ich. Das zieht mich echt runter.

Mein Referat ist halt total scheiße gelaufen. Daran war ich auch selber schuld, und dass ich das weiß macht es irgendwie nur noch schlimmer. Es ist das eigene Versagen, wenn man weiß, dass man es besser kann, das mich schon mein ganzes Leben lang verfolgt. Wie beim Abitur: Es hätte auch ohne große Mühe ein 1,x Schnitt werden können, aber jedesmal stehe ich mir selbst im Wege und das nervt, es frustriert und es ist so schwer, mit sich selbst zu kämpfen, wenn man sich selbst eigentlich mögen soll, wenn man Selbstbewusstsein haben soll, und das braucht man in dieser Welt um zu überleben.

Manchmal will ich einfach weglaufen.

Camus war schon nicht blöd. Sysiphos ist sicher glücklich.

Und wenn ich dann sehe, dass ich immer nur Zweien schreibe, frage ich mich, was das soll: Müsste es nicht so sein, dass ich in meinem Studium herausragend gut bin? Dass ich gerade deshalb, weil ich es gewählt habe, weil es mein Schwerpunt ist, weil ich mich dafür entschieden habe, keine Schwierigkeiten haben sollte? Mir ist klar, dass das Studium nicht so einfach ist wie die Schule, aber dann ist die Frage, was ich überhaupt kann.

Ich bin zu ungeschickt und weltfremd um irgendeine 0-8-15 Ausbildung zu machen. Ich bin aber auch scheinbar zu undiszipliniert und vom ADS kontrolliert, um mein Studium so auf die Reihe zu bekommen, wie ich es möchte.

Bei all diesen Überlegungen frage ich mich halt immer wieder, ob ich das Richtige tue. Immer, wenn ich mir sicher bin, dass die Ur- und Frühgeschichte nicht nur das ist, was ich will, sondern, dass ich das auch kann, kommt wieder der Absturz. Dann trudelt eine Note rein, die mir nicht gefällt, oder mein Dozent erzählt mir, dass ich gut mit Texten umgehen kann, aber nicht mit dem archäologischen Material.

Stell ich wieder zu hohe Ansprüche an mich selbst? Sehe ich das Ganze zu idealistisch?

Ich möchte doch einfach nur das finden, was ich bin, wo ich später auch drin arbeiten kann und gut bin, aber ich weiß nicht, ob es das je geben wird. Vielleicht bin ich da zu sehr wie mein Vater: Die Welt interessiert mich, ich habe ein zu großes Spektrum an Interessen, könnte Vieles machen, aber das eine, was ich bin, das finde ich nicht.

Mich hat einfach echt aus der Bahn gerissen, was mein Dozent wegen des Referates zu mir gesagt hat. Mag sein, dass alle mein Kommilitonen es gut fanden, ich selbst finde, es war ausreichend. Aber mir zu sagen, es sei miserabel gewesen, und ob ich nicht lieber was Anderes studieren möchte und ob ich den Master nur mache, damit ich irgendwie eine Arbeit in diesem Bereich finden kann, weil ich ja auf jeden Fall nicht gut sein kann und sowas. Was soll ich da sagen? Da tröstet es mich auch nicht so sehr, wenn alle sagen, dass ist Quatsch und der spinnt im Moment und wird langsam senil. Es beruhigt mich ein wenig, dass er das auch schon zu Leuten gesagt hat, die wirklich gut sind und dass jeder mal in seine Zange gerät. Aber das ist jetzt schon das 2. Mal. Dann gibt es wieder Momente, wo er mich lobt. Was will der Typ eigentlich von mir?
Das macht mich echt fertig.
Dann hab ich für mein Referat vom letzten Jahr nur ne 2,7 bekommen. Ich meine, ok, ich hätt mir selbst wohl auch ne 2,7 gegeben, aber andererseits ärgert es mich einfach, dass es nichts Besseres ist. Ich habe in diesem Fach vor allem Zweien, ich habe auch ein paar Einsen, ich habe auch eine 4 und wenige Dreien. Klingt total nach Durchschnitt und der Durchschnitt promoviert nicht.

Vielleicht bin ich einfach nur dumm und überfordert und sollte Putzfrau werden.

Keine Kommentare: