Sonntag, 12. Dezember 2010

Der Umzug und wie das Leben weitergeht

Wir sind umgezogen. Hat länger gedauert als erwartet und es sind viele Dinge schief gegangen. Ein paar Kleinigkeiten (Müll und so) stehen noch in der alten Wohnung und ich muss noch ein bisschen was saubermachen. Will ich eigentlich schon die ganze Zeit, aber mittlerweile ist mir diese Wohnung so verhasst, dass ich da überhaupt nicht mehr rein will.
Hat sich herausgestellt, dass die Wohnung völlig verschimmelt ist, es wohl auch schon vor meinem Umzug war und einfach drübergestrichen wurde. Dann bekam ich diese Woche einen Brief von meinem Vermieter, dass mein falsches Heiz-und Lüftverhalten ja eindeutig Ursache für den Schimmel sei, und ich ihn entfernen soll, am besten bis zum 15. weil neuer Mieter und so und dann auch husch husch Übergabe hier. Deine Kaution wollen wir eigentlich ja auch behalten....ja klaaar mann. Ich kann ja auch Geld kacken, bei dir zu Hause Alter!
Hab dem Hausbesitzer jetzt eine lange und komische email geschrieben, aber noch keine Antwort (mitunter weiß der nichts von den Machenschaften des Arschlochs). Muss noch herausfinden, wie ich Rechtsbeistand beantrage und mir dann einen Anwalt suchen. Das dauert alles viel zu lange, ich brauche JETZT Hilfe. Ich kann da nicht mehr gegen an und ich hab es satt, mich so verarschen zu lassen.
Ich kann ich überhaupt nicht mehr auf die Uni konzentrieren und ich möchte einfach nur noch, dass es vorbei ist.
Inzwischen ist es sogar so schlimm, dass ich kurz davor bin alles hinzuschmeißen. Geld verdienen und nach Feierabend nicht mehr dran denken müssen, was man eigentlich noch alles tun müssen, weil Arbeit Arbeit ist und Feierabend Feierabend. Nur für Studenten (und Lehrer und sowas...) nicht. Ich mach ja nicht mal viel nach der Uni im Moment. Weil ich einfach nicht die Kraft habe. Daniel versteht das nicht, für ihn sieht das alles nach einfachem Leben aus. Sorry Junge, aber das Wissen, dass die Arbeit nie getan ist, und nie abschalten zu können deswegen, das ist ganz schön scheiße.
Am liebsten wär es mir, wenn ich einfach Geld und Urlaub hätte, und dann würde ich die Wohnung schön machen (wir haben kaum Möbel und alles liegt irgendwie rum...wir haben nicht mal in jedem Raum Lampen und keine Duschstange...), und meine Kreativität ausleben, die total unter dem Studium leidet.
Fest steht: Philosophie war die falsche Wahl. Ich hab es so satt. Mag sein, dass meine Noten ganz gut sind, trotz geringen Aufwands. Aber es macht einfach keinen Spaß. Und zu wissen, dass man nur noch 2 Semester mit diesem Scheiß durchstehen muss, macht es alles nur noch schlimmer. Ich habe sooo keine Lust mehr, diese ganzen Seminare zu besuchen, die Texte zu lesen, die Essays zu schreiben, und zu überlegen, ob ich irgendwo ne Klausur schreibe oder doch liebe ne Hausarbeit (= weniger Zeit für UFG in den Ferien). Ich habe dieses Semester 7 Hauptseminare, 5 davon in Philo. Ich wusste, dass es hart werden würde, und ich habe mehr belegt, als ich eigentlich müsste. Damit ich im Sommersemester mal ein bisschen Zeit hab, vielleicht nebenbei arbeiten kann. Oder zumindest genug Zeit für meine BA-Arbeit habe.
Wenn alles klappt. Aber in einer Woche habe ich wieder ein großes Referat und mal wieder bin ich nicht annähernd fertig. Ich weiß einfach nicht, wie ich das machen soll, ich bin wie gelähmt, kann mich nicht dazu überwinden, was dafür zu machen, überhaupt dazu, irgendwas Produktives zu tun. Eigentlich wollte ich die ganze Zeit die Wohnung drüben fertig machen heute, und noch so viele andere Sachen für die Uni. Stattdessen habe ich recherchiert, welche Chancen Geisteswissenschaftler mit einem BA auf dem Arbeitsmarkt haben...Ich überlege auch, ob ich nicht einfach aufgeben soll, und ein 7. Semester ranhänge. Vielleicht kann man beim BAfÖG Amt irgendwas deichseln, dass die mich weiter finanzieren, weil ich gesundheitliche Probleme dank Schilddrüsenunterfunktion, Anämie und Eisemangel habe, und dazu ADS...vielleicht...bei meinem Glück funktioniert das sowieso nicht. Warum bemühe ich mich überhaupt noch? Ich hab so keine Lust mehr...

1 Kommentar:

Lena hat gesagt…

Wie dir mit Philosophie ging es mir (etwas später) mit Japanisch auch... mit dem Resultat, dass ich es ein Semester vor Schluss geschmissen habe, was ging, weil ich einen 1-Fach-BA habe T__T
Auch wenn der Gedanke ans Schmeißen sehr verlockend ist, weiß ich nicht ob es das Beste für dich wäre. Ich weiß wie es sich anfühlt etwas zu machen, was einem dermaßen zuwider ist, wobei du sehr viel mehr von den Veranstaltungen hast, die du nicht magst. Aber würdest du auch UFG deswegen schmeißen wollen? Ja klar, da ist auch nicht alles und vor allem jeder toll und vielleicht fühlst du dich durch deine Noten nicht unbedingt bestätigt. Bei mir ist es jedoch so: In Japanisch kann ich noch so viele 1en haben, es (= der Unterricht) macht mir keinen Spaß mehr und ich hab es durchgezogen bis ich die Möglichkeit hatte es loszuwerden. Die anderen Module mit Reliwissenschaft bringen mir sehr viel mehr Spaß, aber aufgrund meiner Stärkenverteilung habe ich dort meist eher Noten, die mich nicht unbedingt zufrieden stellen (bzw. nach der Klausur bin ich schon froh, dass ich bestanden habe, aber nicht glücklich über dieses Gefühl, weil ich Ansprüche habe).
Die Frage ist auch, was erwartest du von dir selbst? Würdest du dich dein Leben lang hassen, wenn du dein Studium im 5. von 6 Semestern schmeißt, obwohl du schon bis dahin durchgehalten hast? Es sieht wie ein großer Berg aus, dessen Gipfel man nicht entdecken kann, aber du weißt, dass du irgendwann fertig mit dem Studium sein wirst. Auch wenn es sich jetzt so anfühlt, als gäbe es kein Aufatmen mehr, denke ich trotzdem dass du es irgendwie schaffen würdest (was wahrscheinlich nicht deinen Vorstellungen entspricht, "irgendwie schaffen").
Die Frage wäre ja auch, ob ein Job im Moment wirklich eine Alternative darstellt. Was für ein Job oder eine Ausbildung, kannst du davon leben, würde es dich glücklich machen?
Letztendlich denke ich, dass du irgendwo in deinem Innern ein Ziel vor Augen hast. Und auch wenn "Augen zu und durch" nicht das ist, was du dir gerade wünschst, ist das ständige Hinterherrennen und die chronische Erschöpfung, die Unerfülltheit in absehbarer Zeit vorbei. Auch wenn es sich nicht so nah anfühlt. Und auch wenn der Gedanke an diese Zeit einen schon erschlaffen lässt und man sich wie von einem Ozean erdrückt fühlt. Da ist die einzige Überlebensstrategie nur noch "Augen zu und durch". Halt dich an dem Faden fest, damit der Sog dich nicht wegspült. Schwimmen ist zu anstrengend in dem Moment.
Und irgendwann ist die Wanne leer und du kannst aufstehen und dahin gehen, wo du willst.
Ob du dann in Panik ausbrichst wie ich, ist dir überlassen xD Du kannst dann auch die ganzen Möglichkeiten sehen. Nach einer langen Verschnaufpause versteht sich!