Das Schlimmste habe ich mittlerweile hinter mir. Ich muss allerdings noch eine Hausarbeit fertig schreiben. Habe bisher kaum etwas geschafft. Ich bin einfach nur so müde. Ich stehe morgens auf und bin müde und nach ein paar Stunden habe ich das Gefühl, dass ich überhaupt nichts mehr aufnehmen kann. Die Kopfschmerzen, die ich schon nach dem Aufstehen habe, werden dann immer schlimmer und ich kann mich kaum wachhalten. Dann schlafe ich wieder und dann ist es nachts...ich bleibe ein paar Stunden auf, schlucke eine Paracetamol, damit ich es irgendwie aushalte und gehe dann wieder schlafen. Und natürlich habe ich dadurch kaum etwas für die Hausarbeit geschafft. Freitag fahren wir nach Belgien und bis dahin wollte ich fertig sein, damit ich mit einem freien Kopf die Woche in Belgien genießen kann, damit es wirklich mal ein Urlaub ist, denn das habe ich wirlich nötig.
Im Moment habe ich das Gefühl, dass es von Tag zu Tag schlimmer wird. Ich fühle mich wie benebelt, als ob ich nicht mehr richtig denken könnte und mein IQ mal eben ein paar Werte nach unten gesackt ist. Beste Vorraussetzungen, um was für die Uni zu tun...
Auch körperlich ist es eher schlecht im Moment. Die permanente Müdigkeit, Kopfschmerzen, Frieren, Krämpfe. Ständig schlafen mir irgendwelche Gliedmaßen ein und zwar nach nur kurzer Zeit. Ich kann nicht mal meine Arme auf den Tisch legen zum Tippen. Oder ich bekomm nach kurzer Zeit Lähmungserscheinungen in der Hand vom Tippen. Nachts habe ich dann auch Lähmungen und Taubheitsgefühle, oder es kribbelt so eklig und fast schmerzhaft. Ich fühl mich, als würde ich permanent degenerieren. Hat wohl etwas mit dem B12 - Mangel zu tun. Auf jeden Fall muss ich bald wieder zum Arzt. Denn ich habe mich mehr oder weniger dafür entschieden, ein Semester länger zu studieren. Ich hasse mich dafür und ich schäme mich, aber im Moment weiß ich nicht, wie ich das packen soll. Wäre ich gesund, wäre es kein Problem. Aber ich bin es nicht und ich glaube, es ist kaum jemanden bewusst, wie schlimm es eigentlich ist. Ich kann es auch nicht beschreiben. Klar, kann ich Daniel oder jemand anderen vollheulen, aber dann ist es schwer, das rüberzubringen, wie ich fühle und ich zähle auch nicht alle meine Symptome auf und wann ich sie habe. Jetzt grade ist mein rechter Arm und die Hand vom Tippen dieser wenigen Zeilen taub und kribbelt und fühlt sich ein wenig gelähmt an. Der kleine Finger steht komisch ab und ich kann ihn nicht so gut kontrollieren. Ich hab es so satt, krank zu sein. Ich will wieder leben! Aber eigentlich ist mir alles auch egal. Lieber sterben als so weiterzumachen. B12 - Mangel ist gefährlich. Wenn man das nicht rechtzeitig in Ordnung bringt, kann das zu irreparablen neurologischen Schäden führen. Alzheimer, Demenz, Parkinson, Multiple Sklerose...sucht euch was aus. Er kann sogar zum Tod führen. Und im Moment fühl ich mich wirklich so, als würde ich jeden Tag ein Stück von mir verlieren und ein bisschen dahin siechen. Immer einen Schritt weiter in diese Richtung.
Unter diesen Umständen ist es das Beste, wenn ich versuche, mich im nächsten Semester irgendwie zu erholen. Ich habe eigentlich überhaupt keine Lust, noch länger zu studieren, zumindest so nicht. Und die Wintersemester sind immer scheiße. Keine Ahnung, wie es weitergeht, aber im Moment arbeitete ich mich Schritt für Schritt vor. Nanoschritte oder so. Denn meine körperliche Verfassung hält mich davon ab, irgendwas auf die Reihe zu bekommen. Einfach nervig. Wann hört das endlich auf? Ich weiß, das ist Jammern auf hohen Niveau und meine Probleme eigentlich lächerlich. Aber ich will nicht mehr.
Naja, jedenfalls werde ich, vorallem auch weil die Organisation an der Uni Köln und gerade im UFG Institut einfach für'n Arsch ist, wohl ein Semester anhängen. Denn es wird ja nichts angeboten, was ich brauche, Antworten auf meine mails kommen nicht oder helfen mir nicht weiter. Die Dozenten und Assistenten sind nie da und Infos, wann sie da sind, gibt es auch nicht. Was soll ich da bitte machen? Mehr als, wie so immer, hinterherrennen kann ich auch nicht. Es nervt einfach nur.
Ich hasse mich für diese Entscheidung. Aber ich schaffe das nicht mehr.